Autodiebstahl der Woche

Sehr verehrte GenossInnen,

in der heutigen Zeit ist es nicht unüblich, sich das Eigentum von anderen einfach zu klauen. Besonders eifrig sind die Chinesen, die wie kleine Ameisen rumwuseln und schon mal eine Stihl-Motorsäge aus Europa mit nach Hause nehmen, dort auseinanderbauen und jedes Bauteil untersuchen, vermessen und in eigenen Fabriken nachbauen. Heraus kommt eine exakte Kopie, die sich von einer echten Stihl-Säge nur dadurch unterscheidet, dass sie im zweiten Baum stecken bleibt.

Jetzt verkauft ein chinesischer Autobauer in Europa den Shuanghuan CEO und BMW beschwert sich lautstark, dass das Auto dem X5 von hinten auffallend ähnelt, ebenso an Lenkrad und Türgriffen. Von den Heckpartien kann sich jeder selbst ein Bild machen:

BMW zog vor ein Gericht und siegte, was die Chinesen empört. Die sagen, dass da zwei völlig verschiedene Autos nebeneinander stehen. Außerdem habe man in der Zwischenzeit das Modell an über 1000 Stellen verändert.

Was einen dabei wirklich stört: dass die Chinesen ernsthaft empört sind, weil ein deutsches Gericht bestätigt, dass ein Auto, das aussieht wie ein X5, aussieht wie ein X5.

Gern würde man einen ranghohen chinesischen Parteibonzen mal zur Seite nehmen und sagen, dass sich derjenige, der sich 50 Jahre im Kommunismus verflechtet, bis er eine große DDR geworden ist, dafür auch gerade stehen soll und nicht einfach in Nebenländer geht und sti(e)hlt. Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich große Augen holt, wenn man in Länder schaut, die seit 100 Jahren Kapitalismus haben. Ich kann mir aber nicht vorstellen, warum man da immer beide Augen zukneifen soll.

Und was einen an diesem immensen Wachstumsdrang noch stört: wiewenig den Chinesen ihr eigenes Land am Herzen zu liegen scheint. Es klingt zwar nach überfrachteten Vorurteilen, aber liebe Chinesen: für mich sieht das gierig aus. Natürlich kann man niemandem den Wunsch absprechen, zu wachsen und die Lebensqualität des Volkes zu steigern. Aber ob der Herr auf folgendem Bild das Wasser schöpft, um damit zuhause ein rostiges Fahrrad abzuätzen oder ob er es vielleicht zum Trinken mit nach Hause nimmt, weiß ich nicht.

Genausowenig weiß ich darüber bescheid, ob die Fische unten Kontakt mit der hellblauen Badehose des Mannes hatten oder ob das Fischsterben an irgendwelchen Stoffen aus Rohren liegt, die aus irgendwelchen Fabriken kommen.

Geht mir jedenfalls alles auf die Nüsse.


bilder: spiegel.de, carmart.ch, chinadaily.com.cn, blog.sanriotown.com, i.treehugger.com